Das digitale Format erfreut sich weiter großer Beliebtheit Peter Ramsauer’s virtueller Stammtisch mit Streifzug durch die politische Themenwelt

„Die Menschen zu erreichen und zu informieren ist in diesem Wahljahr unglaublich schwer“ betonte der heimische Bundestagsabgeordnete Peter Ramsauer im Rahmen des Livestreams, der unter dem Motto „30 Tage vor der Wahl“ online stattfand – nachdem der Bundesminister a.D. nicht zuletzt vor dem Hintergrund wieder anziehender Corona-Infektionen erhöhte Vorsicht vor möglichen Ansteckungen walten ließ.

Ihm gegenüber am virtuellen Stammtisch: Karlheinz Kas, der sich über die Region hinaus über mehr als vier Jahrzehnte einen Namen als fachkundiger Journalist gemacht hat, und es insbesondere im Sportbereich bis hin zum Kultstatus gebracht hat, verstand es mit interessanten Fragen – oft humorvoll gekleidet und nicht ohne den einen oder anderen „Hintergedanken“ – Peter Ramsauer quasi „aus der Reserve zu locken“. Vielen Online-Teilnehmer, die sich zu der Live-Übertragung zugeschaltet hatten, gefiel das, bleiben dabei und beteiligten sich mit ihren Fragen an der Diskussion beim digitalen Wahlkampfauftakt.

Karlheinz Kas, der den Bundesminister a.D. Peter Ramsauer seit über drei Jahrzehnten persönlich kennt, betonte die Bedeutung von politischen Entscheidungen auf Bundesebene auch für die Region. Peter Ramsauer nahm den Ball auf: Dies und das Wohl der Menschen in den beiden Landkreisen sei ihm immer wichtig gewesen und bestimme auch sein weiteres politisches Handeln: „Deine Wurzeln, wo du herkommst, darfst du nie vergessen“ so Peter Ramsauer und fügte hinzu: „Alle politische Kraft geht vom Wahlkreis aus. Wer das vergisst, der ist schon weg vom Fenster!“.

Maut, Corona, Mobilität und mehr

„Bist du froh, dass du nicht mehr Verkehrsminister bist?“ wollte Karlheinz Kas dem Bundesminister a.D. den einen oder anderen Satz zum immer noch nicht verwundenen Mautthema entlocken – würde sich doch gerade so mancher Urlauber fragen, warum eine Maut in Österreich oder Italien gängige Praxis sei, bei uns aber gescheitert ist. „Das Desaster mit der Maut hätte es mit mir nicht gegeben“ ging Peter Ramsauer nochmals auf seine seinerzeitigen Pläne zur Einführung ein – positive Abstimmung mit den EU-Verantwortlichen inklusive. „Das Ende der Story ist bekannt“ so der heimische gewählte Direktkandidat, der dabei gleichzeitig auch seinen jetzigen Nachfolger im Amt, Andreas Scheuer in Schutz nahm, der nur „die Suppe auslöffeln hat müssen“.

„Du hast seit 1990 immer die größte Zahl an Erststimmen gehabt, aber dies mal hast du 12 Gegner“ wollte Karlheinz Kas die Einschätzung seines Gesprächspartners zum Wahlausgang im Wahlkreis 225 (Landkreis Traunstein und Berchtesgadener Land) wissen: „Ich nehme alle Kandidaten ausgesprochen ernst“ sagte der Kandidat der CSU und Inhaber des Direktmandates, Peter Ramsauer. Er ging auch auf die Kandidatur seines Parteifreundes Konrad Baur ein, der es mit dem respektvollen Listenplatz trotzdem nicht leicht habe. Gleichwohl könne er es bei einem sehr guten Ergebnis der CSU schaffen, auch ein späteres Nachrücken sei grundsätzlich denkbar.

Auch das Thema Corona kam im Dialog der beiden zur Sprache: „Ich lass mich zu meiner Sicherheit impfen“ drückte Karlheinz Kas seine persönliche Überzeugung aus. „Ich halte nichts von einem Impfzwang sondern von Überzeugungsarbeit“ so Peter Ramsauer und zeigte sich als überzeugter Verfechter der 3G-Strategie (geimpft, genesen, getestet). „Es ist aber dringendst notwendig, dass wir jetzt endlich vom Inzidenzwert als alleiniger Entscheidungsgrundlage wegkommen.“ Wichtig sei, dass das Gesundheitssystem nicht überlastet werde. Einer möglichen Maskenlockerung konnte er etwas Positives abgewinnen. Bei der „Bundesnotbremse“ habe er aus „tiefer Überzeugung mit ,nein‘ gestimmt“.

„Der Kanzlerkandidat ist Armin Laschet, wir können uns keinen neuen schnitzen und ich bekenne mich zu ihm“, sagte Peter Ramsauer über seinen Politfreund, den er seit 1994 über die „Pizzaconnection“, einem Treffpunkt junger Abgeordneter in einem Bonner Restaurant kenne. „Armin Laschet ist ein erfahrener Regierungschef.“ Ich werbe für ihn“, ließ er keinen Zweifel an seiner Solidarität für den Kandidaten der Union aufkommen und präsentierte warnend auch gleich die politische Alternative dazu: „Wer SPD wählt, der kriegt nicht nur Scholz, sondern Esken, Kühnert und Walter-Borjans“ warnte Peter Ramsauer vor einem Linksruck den es bei der anstehenden Bundestagswahl zu verhindern gelte.

„Welcher Partei traut man zu, die Pandemiefolgen zu bewältigen? Welche Partei vertritt – für bayerische Wähler – am ehesten bayerische Interessen?“ Dies seien entscheidende Fragen für die Entscheidung am 26. September. Er werbe um das Vertrauen für die CSU.

Rege Beteiligung, viele Fragen

Therese Krahl wollte wissen, ob es Neuigkeiten in Sachen Radweg von Oberwössen nach Reit im Winkl gäbe. Peter Ramsauer betonte, dass er gerade auch mit den beiden Gemeindeoberhäuptern hier im Dialog stehe und nach Lösungen suche „Ich will den Radweg“ machte er aus seiner Überzeugung keinen Hehl, wenngleich die verschiedenen Vorschläge und Entwürfe sehr teuer seien. Finanziell sei hier insbesondere auch der Bund gefordert.

Hans Wembacher wollte Peter Ramsauers persönliche Einschätzung zur Entwicklung in Afghanistan wissen. „Das ist eine verheerende Entwicklung für die NATO, ein Totalversagen des Bundesaußenministeriums und des Bundesnachrichtendienstes (BND), so der Ausschussvorsitzende für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Peter Ramsauer. „Die Taliban als homogene Kraft gibt es nicht, man kann heute nicht sagen, wer die Oberhand gewinnen wird“ warnte er davor, hier zu blauäugig auf eine gemäßigte Position und Politik der neuen Machthaber am Hindukusch zu setzen. Er betonte, dass er sich in der Vergangenheit viele Klagen anhören musste, dass Gebirgsjäger aus dem Wahlkreis in Afghanistan ihren Dienst tun mussten, während junge Kräfte im Land desertierten und sich als Asylbewerber nach Deutschland durchschlugen.

So manche Frage stand nach einer guten Stunde Livestream noch an, so manche Themenstellung konnte nicht mehr angerissen und diskutiert werden. Moderator und Stammtisch-Gesprächspartner Karlheinz Kas versprach Abhilfe: Am 23. September, drei Tage vor der Wahl am Sonntag 26. September, werde man beim abschließenden digitalen Wahlabschluss viele Themen wie Flüchtlingspolitik, Umwelt, Steuerpolitik, Klima, Elektromobilität und weitere lokale Fragen und Forumsbeiträge angehen.

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