Aufgrund der Debatte über die Arbeitsbedingungen in Fleischbetrieben wollte Bundesminister a. D. Peter Ramsauer sich vor Ort überzeugen und besuchte auf Einladung die Metzgerei Ott in Wiesmühl an der Alz. Das Verbot von Werkverträgen und Leiharbeit in Fleischbetrieben war dabei Hauptthema.

Als Reaktion auf gehäufte Corona-Infektionen bei einigen Schlachtbetrieben wurde ein Gesetz auf den Weg gebracht, das Werkverträge und Leiharbeiter in der Branche ab 2021 größtenteils verbieten soll. Der Entwurf sehe vor, so Ramsauer, dass Tätigkeiten wie Schlachten und Zerlegen künftig nicht mehr von betriebsfremden Arbeitern ausgeführt werden dürfen. Dies würde auch auf unsere Produktionsstätte in Wiesmühl/Alz Auswirkungen haben, so Leonhard Ott. Er beschäftige derzeit 150 Mitarbeiter in Vollzeit und hätte seit 20 Jahren die Zerlegung auf Werkvertragsbasis vergeben. Der Werkvertragsnehmer würde die Arbeit selbstständig durchführen und es wäre für ihn eine erhebliche Entlastung, sich um diesen Bereich nicht mehr kümmern zu müssen. Es handle sich dabei um fünf bis sechs Arbeiter. Grundsätzlich ist es schwierig, Mitarbeiter zu finden, so Ott. Das Gesetz sollte mit Augenmaß eingebracht werden. Für ihn sei es nicht erklärbar, wenn beim Portionieren und Verpacken von Käse künftig ein anderes Arbeitsrecht gelten solle als bei der Wurst.  Corona ging auch nicht spurlos an der Metzgerei Ott vorbei und sie hätten gerade mit dem Wegfall des Oktoberfestes und anderen großen Festen Umsatzeinbrüche zu verbuchen. Angetan war Wahlkreisabgeordneter Peter Ramsauer beim Betriebsrundgang über die Bandbreite der hergestellten Wurst- und Schinkensorten.

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