Kritik am Wiederbeschuss

Bildungsreise der Vereinigten Weihnachtsschützen des Berchtesgadener Landes nach Berlin

Besuch im Innenministerium

(Bernhard Stangassinger)

Berchtesgaden/Berlin. Der Bundestagsabgeordnete Dr. Peter Ramsauer hat auf Anregung von Rudi Koller, erster Vorsitzender der Vereinigten Weihnachtsschützen des Berchtesgadener Landes, die Weihnachtsschützen zu einer Tagung für politisch Interessierte nach Berlin eingeladen. 43 Schützen folgten der Einladung.

Der Aufenthalt begann mit einer Stadtrundfahrt durch die Bundeshauptstadt, orientiert an politischen Gesichtspunkten. Es folgte ein Informationsgespräch im Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat. Die Weihnachtsschützen trugen beim Besuch des Bundesinnenministeriums die Berchtesgadener Tracht. König vom Waffenrechtsreferat KM 5 stellte sich einer Diskussion mit den Weihnachtsschützen.

Thomas Holm und Rudi Koller trugen die Anliegen der Berchtesgadener Weihnachtsschützen vor. Es ging um die Böllerprüfung, welche nicht mehr alle fünf Jahre durch eine Sichtprüfung stattfinden darf, sondern durch einen sogenannten Wiederbeschuss geprüft werden soll. Diese erneute Prüfung ist mit hohen Aufwand und Kosten verbunden. Holm berichtete vom Problem des Wiederbeschusses. Die bayerische Beschussverwaltung führt sowohl die Erst- als auch die Wiederholungsprüfung an Böllergeräten und –kanonen durch. Die Prüfung der Böller wird im Beschussamt oder an zugelassenen Schießstätten durchgeführt. So gebe es in Bayern aber noch nicht einmal ein Beschussamt.

Anforderungen

Die Berchtesgadener erkundigten sich weiters, warum diese Umstellung nötig ist. König erklärte, dass eine Feuerwaffe, welche dem Waffengesetz unterliegt, von einem Handwerksbetrieb hergestellt werde. Jeder Dorfschmied könne jedoch einen Böller herstellen. Die Anforderung von Schusswaffen bei der Herstellung bis zur Verwendung seien ganz andere als bei Böllern. Böller würden aber auch mit Schwarzpulver betrieben und seien daher eine, wenn auch primitive, Waffe. Die Kritik der Weihnachtsschützen: Es habe immer der Erstbeschuss genügt und jetzt bräuchte man auf einmal den Wiederbeschuss. Die Diskussion wogte daraufhin teils heftig hin und her. Am Ende sagte König: „Ich glaube nicht, dass es in absehbarer Zeit eine Bundesregelung gibt. Stadtführer Volker Bergander brach das Gespräch daraufhin, zeitlich bedingt, mit folgenden Worten ab: „Ich sehe, dass die Fronten verhärtet sind!

Am Freitag stand der Besuch einer Plenarsitzung im Deutschen Bundestag auf dem Programm. Es folgte eine Diskussion mit Bundesminister a. D. Peter Ramsauer. Dieser erzählte ausführlich von seiner politischen Arbeit und auch Wissenswerte darüber, wie eine Abstimmung im Bundestag von statten geht.

Ramsauer hatte auch dafür gesorgt, dass die Weihnachtsschützen mit Stephan Mayer, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister des Inneren, sprechen konnten. Mayer entschuldigt sich für den Auftritt von König und sagte, dass König kein Experte im Waffenrecht sei. Die Weihnachtsschützen hatten die Möglichkeit, ihr Anliegen zum Thema Wiederbeschuss von Böllern vorzubringen. Mayer versprach, sich der Sache anzunehmen. Peter Ramsauer freute sich, dass Rudi Koller Ideengeber und Organisator dieser Reise war und überreichte ihm einen Berliner Bären. Die Weihnachtsschützen hatten ebenfalls Geschenke dabei. Monika Baumgartner aus Oberau hat zwei Spanschachteln mit Motiven der Weihnachtsschützen gemalt und eine persönliche Widmung geschrieben. Eine Spanschachtel bekam Peter Ramsauer, eine Marlene Weber, seine Wahlkreisreferentin. Anschließend konnten die Reisenden die Kuppel des Reichstagsgebäudes besichtigen.

Berlin erkunden

Nach dem Mittagessen besucht man das Denkmal für die ermordeten Juden Europas und es gab einen Spaziergang zum Brandenburger Tor. Hier wurde es lustig, denn viele wollten sich mit den Schützen fotografieren lassen. Es folgten ein Informationsgespräch und eine Führung im StasiMuseum Berlin. Vor der Heimfahrt wurde noch Potsdam besucht. Es gab einen Spaziergang zum Schloss Sanssouci und durch die Altstadt.

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