Berlinfahrt Bergwacht Chiemgau

Führungskräfte der Bergwacht Chiemgau und deren Frauen besuchten auf Einladung des Bundestagsabgeordneten und Bundesministers a.D. Dr. Peter Ramsauer die Bundeshauptstadt Berlin. Im Rahmen der viertägigen Bildungsfahrt unter Führung und Begleitung von Frau Marlene Weber standen unter anderem der Besuch des Bundesnachrichtendienstes, der Bayerischen Vertretung, des STASI-Gefängnisses Hohenschönhausen und einer Plenarsitzung des Deutschen Bundestages auf dem Programm. Besonders informierte sich Ramsauer in zahlreichen persönlichen Gesprächen über die Situation und die Anliegen der Bergwachten im Chiemgau.

Dr. Peter Ramsauer, der aktuell Vorsitzender des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ist, schätzt die Arbeit und den Einsatz der heimischen Bergretter sehr. Bereits im Jahr 2013 informierte er sich aus im Zuge des Neubaus der Bergrettungswache vor Ort und zeigte sich von dem Tätigkeitsfeld und Engagement der Rettungskräfte sehr beeindruckt. Als Dank und Anerkennung für den ehrenamtlichen Dienst an der Allgemeinheit, teilweise unter Einsatz der eigenen Gesundheit und bisweilen auch des eigenen Lebens, lud Dr. Ramsauer bereits im Jahr 2014 die Reichenhaller Bergretter mit ihren Frauen nach Berlin ein. Auf neuerliche Initiative von Peter Ramsauer konnten nunmehr die Führungskräfte der Bergwacht Chiemgau, darunter die Regionalleitung mit Dr. Klaus Burger und Thomas Lobensteiner, zahlreiche Bereitschaftsleiter, Ressortverantwortliche und Chefs der Spezialeinsatzkräfte wie Höhle, Canyon, KID oder Technik vier Tage in Berlin und Umgebung genießen.

Auf der Fahrt nach Berlin stoppten die Bergretter kurz in Leipzig, und besichtigten die Innenstadt wie auch u. a. die Nikolaikirche, Ausgangsort der Montagsdemonstrationen Ende der 80er Jahre.

Am folgenden Tag stand ein Informationsgespräch beim Bundesnachrichtendienst (BND) auf dem Programm: Zunächst ein Haus der tiefen Geheimnisse. Ein Ex-Agent zeichnete ein beeindruckendes Bild des Auslandsnachrichtendiensten im Gefüge der Sicherheitslage und der Sicherheitsinteressen der Bundesrepublik Deutschland. Der BND, so der Eindruck, ist eine unverzichtbare Einrichtung, um der Politik die fundierten Informationen zu liefern, die notwendige Entscheidungen fordern. Der BND vermittelt dabei auch anderen Sicherheitsbehörden wichtige Erkenntnisse, die im Terrorismusbereich eine unverzichtbare Quelle für eine schlagkräftige Sicherheitspolitik sind. Dabei sei Geheimhaltung der Informationen gegenüber der Öffentlichkeit grundsätzlich geboten, weil Nachrichten sonst ihren Wert verlieren, wenn sie auch denen bekannt sind, welche die Sicherheit bedrohen. Mittels der dafür vorgesehen staatlichen Institutionen sei aber im Gegenzug eine intensive Kontrolle möglich, was entsprechende Untersuchungsausschüsse in der Vergangenheit bewiesen. Die Teilnehmer gewannen den Eindruck, dass der BND auch für eine kritische Begleitung seiner Tätigkeit gut empfänglich ist.

Es folgte der Besuch der Landesvertretung Bayern. Dr. Ramsauer ließ es sich nicht nehmen, die Teilnehmer der Fahrt dort zu begrüßen und mit Ihnen Mittag zu essen. Dr. Klaus Burger, Leiter der Bergwacht Region Chiemgau, der Ramsauer seit Jugendzeiten gut kennt, überreichte dem Abgeordneten im Namen der Bergretterinnen und -retter als Dank für die Einladung ein Buch über heimische Bergrettung und ein Poloshirt mit dem Logo der Bergwacht Chiemgau, damit Ramsauer sich im Bundestag als steter Begleiter und Förderer der heimischen Bergretterinnen und Bergretter outen könne.

Eine nachmittägliche Stadtrundfahrt zeigte den Teilnehmern die vielen politischen Gebäude, Institutionen und Denkmäler der Hauptstadt. Bei der abendlichen Schiffsrundfahrt auf der Spree gesellte sich Dr. Ramsauer zu den Bergrettern. Gerade der persönliche Kontakt zu den Einsatzkräften und ihren Familienangehörigen ist Dr. Ramsauer wichtig, sich mithin viel Zeit zu nehmen, um von möglichst vielen Rettern deren Arbeit und Nöte hautnah zu erfahren und zu verstehen. Burger betont, dass es keine Selbstverständlichkeit sei, dass sich ein Abgeordneter so viel Zeit nehme, und tagsüber und abends präsent ist, um die Anliegen und Interessen der Bergretter in der gesamten Region Chiemgau hautnah und hemdsärmelig zu erfahren. Auf der Gesprächsagenda standen Themen wie zunehmende administrative Belastung der Ehrenamtlichen, die Vereinbarung von Ehrenamt mit Familie und Beruf, Finanzfragen und Finanzmanagement, die Zusammenarbeit mit Flugbetreibern und die Thematik des Echtflugtrainings im Alpenraum, die in Aussicht genommene digitale Alarmierung, des Weiteren die Möglichkeiten des Drohneneinsatzes, die Thematik Skiwacht und die Einführung einer Koordinierungsgruppe Einsatz und einer Umweltspezialgruppe im Chiemgau.

Am dritten Tag waren der Besuch des Deutschen Bundestages im Reichstagsgebäude und der Besuch einer Plenarsitzung willkommene und interessante Pflicht. Redner aus allen Fraktionen nahmen kämpferisch zu einer Initiative einer Grundgesetzänderung zum sozialen Wohnungsbau und zur Förderung des Bundes am Schulwesen Stellung. Im Anschluss folgte traditionell die offene Diskussion mit Dr. Ramsauer zu allen möglichen politischen und gesellschaftlichen Themen, vornehmlich freilich aus den Landkreisen Berchtesgadener Land und Traunstein.

Am Nachmittag folgte die Fahrt zur STASI-Gedenkstätte Hohenschönhausen. Diese Stätte steht für die Geschichte der politischen Verfolgung in der sowjetischen Besatzungszone und der DDR. Bereits 1951 übernahm das Ministerium für Staatssicherheit das ehemalige sowjetische zentrale Untersuchungsgefängnis und nutzte es bis 1989 als zentrale Untersuchungshaftanstalt. 91 000 Hauptamtliche und 189 000 inoffizielle Mitarbeiter sorgten in der DDR für flächendeckende Überwachung, Angst und Terror. Im Keller des Gefängnisses, in fensterlosen bunker-, ja gruftartigen Zellen mussten die Häftlinge unter unvorstellbaren hygienischen Bedingungen vegetieren. Die Verhöre fanden meist nachts statt, Schlafentzug war dabei ein Mittel der „Wahrheitsfindung“. Die STASI verfeinerte in teuflischer Weise das System. Statt mit psychischer Gewalt setzte man in der DDR den Verhörpersonen mit subtiler psychologischer Methodik zu. Der Haftort blieb den Gefangenen gänzlich unbekannt, sie waren somit auch psychisch absolut abgeschnitten von der Außenwelt. Zweck war es, die Psyche der Häftlinge so zu destabilisieren, dass sie das sagten, was die STASI hören wollte. Die Informationen vor Ort waren dabei authentisch, denn den Rundgang führte ein ehemaliger politischer Häftling, der wegen versuchter Republikflucht eben dort inhaftiert war.

Die hervorragende Ausarbeitung des Programms zu dieser Bildungsfahrt erfolgte durch Marlene Weber, Wahlkreisreferentin von Dr. Ramsauer, die die Bergretter umfassend begleitete, bestens informierte und charmant umsorgte, wie Burger im Namen aller Bergretterinnen und Bergretter lobt und dankt. Neben vielen Informationen zu Politik und Geschichte der einst geteilten Stadt erfuhren die Teilnehmer erfrischend Amüsantes und Hintergründiges von Frau Weber, die sich als ausgewiesene Kennerin der Stadt, des Einigungsprozesses und auch der „Politik hinter den Kulissen“ erwies.

Auf der Rückfahrt verbrachte man schließlich noch einen sonnigen Vormittag in Potsdam, der brandenburgischen Hauptstadt, mithin in der Alt- und Innenstadt, auf der berühmten Glienicker „Agentenaustausch“- Brücke und in Schloss Sanssouci. Einhelliges Fazit der Bergretter: „Wunderschöne, hoch interessante Tage, beste Betreuung, und gerne jederzeit wieder.“

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