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Bahnhof soll Mobilitäts-Drehscheibe werden

 

 

Viele Besucher beim Neujahrsempfang der Stadt in der Berufsschulaula

Peter Ramsauer als Festredner
von Dieter Moosleitner

Bereits zum 17. Mal hatte Bürgermeister Josef Flatscher auch im Namen des Stadtrats alle Freilassinger zu einem Neujahrsempfang in die Aula der Berufsschule eingeladen. Die Resonanz war groß. Viele Freilassinger und auch Repräsentanten von Behörden, Institutionen und Vereinen kamen, um mit den Vertretern der Stadt und ihren Mitbürgern gute Wünsche für das Jahr 2017 auszutauschen. Die Festrede hielt der Vorsitzende im Wirtschaftsausschuss des Deutschen Bundestags, Bundesverkehrsminister a. D. Dr. Peter Ramsauer.
Bürgermeister Sepp Flatscher unterstrich mit Dank, dass sich die Stadt Freilassing und ihre Verantwortlichen immer auf Ramsauers Einsatz auch für die Belange der Stadt verlassen konnten. Man habe Ramsauers Unterstützung beim dritten Gleis, beim Ausbau der Bahnstrecke München-Mühldorf-Freilassing und bei der Umgestaltung des Freilassinger Bahnhofsareals ebenso wie in Sachen Fluglärm.
 „Wenn man die Summe der Ereignisse bedenkt, so kommt doch ein schönes und gutes Stück Leben heraus“! Mit diesem Auszug aus einem Gedicht untermauerte Flatscher seine Meinung, dass Freilassing 2016 ein gutes Jahr gehabt habe. Die Stadt habe ihre Pflichtaufgaben ohne Zwischenfälle zu einem beachtlichen Teil erfüllen können und Straßenausbauten, der Badylonabriss, die neue Unterführung Reichenhaller Straße und vieles mehr geschafft. Die „Großwetterlage“ im Weltgeschehen scheine nicht ganz so problemlos. Er halte es aber mit Peter Ramsauer, der in seiner Silvesterbotschaft betont habe: „Aufgeben gilt aber nicht“! „Trotz weltweiter Schreckensmeldungen haben wir das große Vorrecht, in einem demokratisch geführten Land in Freilassing und selbstbestimmt zu leben und in großer Sicherheit zu sein“, betonte Flatscher und erhob mit den Besuchern im Saal das Glas auf ein erfolgreiches, glückliches Jahr 2017.


Herausforderungen und Chancen

„Im Jahr 2016 hat sich so manches ereignet, womit keiner gerechnet hatte“, erinnerte Bundesminister a.D. Dr. Peter Ramsauer in seiner Festrede. Als Beispiele nannte er den Austritt Großbritanniens aus der EU, die Terroranschläge, das Scheitern der Verfassungsreform in Italien und auch die Wahl von Donald Trump zum Präsidenten der USA. Die Freilassinger hätten beim starken Flüchtlingszustrom Beachtliches geleistet und große Herausforderungen bewältigen müssen, bis Österreich die Schließung der Balkanroute gelungen sei. Freilassing habe aber auch hervorragende Chancen dank einer starken Wirtschaft mit leistungsfähigen, mittelständischen Unternehmen, die sich auch im globalen Wettbewerb behaupten.

Versagen der Volksparteien

„Was sich in Österreich abspielt, ist auch für uns bedeutsam“, betonte Ramsauer. Da müsse man mit Sorge auf das katastrophale Versagen der traditionellen Volksparteien im Nachbarland schauen. Leider nehme auch in Deutschland die Bedeutung der Volksparteien ab, obwohl sie unverzichtbarer Teil unserer freiheitlichen Gesellschaft seien. Ihre Bindewirkung dürfe man nicht unterschätzen. Auf der anderen Seite müsse Deutschland eine internationale Führungsrolle übernehmen, „um die wir uns nie gerissen haben“. Dazu gehöre auch die Aufgabe, die EU in den kommenden Jahren zusammenzuhalten. Daneben gelte es, mit den USA als unserem Verbündeten auch unter einem Präsidenten Trump weiter zusammenzuarbeiten.
Trotz absehbarer Herausforderungen gehe er mit großem Optimismus ins Jahr 2017, unterstrich Ramsauer. Er zitierte eine aktuell erschienene große Zeitung mit der Überschrift „Deutsche Wirtschaft strotzt vor Kraft“ und fügte an, das gelte auch für die Wirtschaft in der Stadt Freilassing. Das mache Hoffnung für das Jahr 2017.


Bahnhof wird barrierefrei

In diesem Jahr werde man wohl endlich das seit 15 Jahren ersehnte dritte Bahngleis nach Salzburg in Betrieb nehmen können. Auch die Umgestaltung des Bahnhofs sei auf einem guten Weg. Aus einem „Nicht-Vorzeigebahnhof“ solle eine moderne Mobilitäts-Drehscheibe für Südostbayern und den angrenzenden österreichischen Raum werden, unterstrich der ehemalige Bundesverkehrsminister. Schon übernächste Woche sollen im Stadtrat mit den Repräsentanten von DB Station & Service die möglichen Varianten der künftigen Unterführung vom Empfangsgebäude zu den Bahnsteigen und des barrierefreien Ausbaus besprochen werden.
„Je rascher dann der Stadtrat entscheidet, desto besser“, unterstrich Ramsauer. Nach dieser Entscheidung könne die zuständige Bahn-Gesellschaft sofort mit der Entwurfs- und Genehmigungsplanung beginnen. Das bedeute, dass das Projekt im Herbst 2017 beim Eisenbahn-Bundesamt zur Genehmigung eingereicht werden kann. Die Verantwortlichen von DB Station & Service rechneten mit der Erteilung der Baugenehmigung im Herbst 2018. Baubeginn wäre dann nach den Vorstellungen der DB-Gesellschaft nach Ausschreibungen, Vergabeverfahren und notwendigen Sperrpausen im Jahr 2019. Vollendet könnten die Baumaßnahmen 2022 sein. „Dieser offizielle Zeitplan ist aber schon noch verbesserungsfähig“, kommentierte Ramsauer.
Die jetzt vom Reichenhaller Stadtrat beschlossene Bewerbung um die Landesgartenschau 2022 müsse noch einmal Anlass für eine Beschleunigung sein, damit dann ein Großteil der Besucher per Bahn über einen fertigen modernen Fernbahnhof Freilassing anreisen könne. Zusammen mit einem neuen Bahnhofsempfangsgebäude müssten auch ein neuer Omnibusbahnhof geschaffen und Bereiche wie Park & Ride neu organisiert werden. Mit diesen Maßnahmen könnten dann die Verkehrsstationen S-Bahn, 3. Gleis und die Regional- und Fernverkehrsebene wieder zu einem attraktiven Bahnhof zusammengeführt werden.


„Ich bin heilfroh, dass der langjährige Entscheidungsprozess in Sachen Bundespolizei ein gutes Ende gefunden hat und die Würfel für die Errichtung einer eigenen Bundespolizeiinspektion Freilassing mit rund 350 Bediensteten gefallen sind“, zeigte sich Ramsauer zufrieden mit dem Erfolg seiner langjährigen Bemühungen. Jetzt müsse allerdings noch möglichst rasch die Immobilienfrage geklärt werden. Er ging auch auf die Notwendigkeit ein, in Sachen Fluglärm nicht nachzulassen. Beharrlichkeit könne sich hier auszahlen.
Am Ende seiner Ansprache wünschte er der Stadt Freilassing und ihren Bewohnern ein erfolgreiches Jahr 2017, in dem man die anstehenden Herausforderungen gemeinsam wieder tatkräftig anpacken wolle.