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„Beim Milchpreis steht es an“

 

Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft Christian Schmidt hatte ein offenes Ohr für die Sorgen der Bauernvertreter

Waging. Im Rahmen seines Besuches im Chiemgau und der Teilnahme am diesjährigen Bauerntag im Festzelt in Vachendorf machte der Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, Christian Schmidt auch Station in Waging. Auf Initiative des heimischen Bundestagsabgeordneten Dr. Peter Ramsauer trafen sich dabei die regionalen Landwirtschaftsvertreter der Landkreise Traunstein und Berchtesgadener Land auf Einladung der Geschäftsführung der Bergader Privatkäserei in Waging und der Traunsteiner Geschäftsstelle des Bauernverbands zu einem Gedankenaustausch, beziehungsweise einer Diskussion über aktuelle Themen, die den heimischen Bauern unter den Nägeln brennen. Schnell wurde deutlich, dass es für die Landwirte ein beherrschendes Thema gibt: Der sinkende Milchpreis, der für manche Betriebe bereits in eine existenzgefährdende Region abdriftet und zu massiven Problemen führt.

Beatrice Kress, Geschäftsführerin von Bergader, stellte zu Beginn des zweistündigen Gedankenaustausches ihre 1902 gegründete Firma vor, die mit überregional bekannten Produkten wie dem „Bavaria Blue“ im In- und Ausland eine Erfolgsgeschichte schreibt. Der Spagat zwischen Regionalität und internationaler Bühne ist dem mittelständischen Betrieb gelungen, der die rund 365 Millionen Kilogramm Milch ausschließlich von Bauernhöfen aus dem Landkreis, der Region München und dem grenznahen Oberösterreich bezieht, und dabei rund 143 Millionen Euro Milchgeld an 1.800 Bauern zahlt. „Milcherzeuger sind bei uns Chefsache“, betonte Kress.

Dass man sich mit dem Thema auch händeringend an den bundesdeutschen „Chef“ wenden wolle, machte Kreisbäuerin Resi Schmidhuber in der anschließenden Diskussion mit dem Bundesminister Christian Schmidt deutlich: „Beim Milchpreis steht es an. So geht es nicht mehr weiter.“ Auch andere Anwesende schilderten ihre Nöte und Sorgen, die alle den gleichen Grundtenor hatten: Der sinkende Milchpreis führe auf kurze Sicht zu einem Höfesterben und sei auf längere Sicht existenzgefährdend. Der Minister für Ernährung und Landwirtschaft machte deutlich, dass er keinen Einfluss auf die Preisgestaltung der Marktakteure habe. Ihm sei bewusst, dass man sich mit einer Marktentwicklung konfrontiert sieht, „wo nach oben höchstens mit Nischen und Qualität etwas geht.“ Die Milch beim Discounter würde auf einem 20 bis 30 Prozent höherem Preisniveau genauso vom Verbraucher gekauft. Er sei weit davon entfernt, sozialistische Maßnahmen zu empfehlen. Man müsse aber einen Punkt finden, wo man „gegen den derzeit gnadenlosen Wettbewerb einen Hebel findet.“

 

Bundesminister Christian Schmidt betonte, dass ihn mit dem heimischen Bundestagsabgeordneten Dr. Peter Ramsauer eine schon rund vier Jahrzehnte dauernde persönliche Freundschaft verbinde („Wir sind miteinander durch dick und dünn gegangen“) und war sich mit ihm einig, dass Wirtschaftssanktionen, wie sie beispielsweise gegen Russland beschlossen und umgesetzt werden, nur bedingt die erwünschten Wirkungen entfalten würden. „Der russische Verbraucher und der bayerische Bauer sind die Leidtragenden“ war eine Stimme aus dem Auditorium zu der Thematik.

Die anwesenden Landwirtschaftsvertreter hatten noch eine Reihe von Sorgen auf dem Herzen, die sie beim Bundesminister „loswerden wollten“. So waren die Düngemittelverordnung, sinkende Schweinepreise oder die Sorge um eine mögliche krebserregende Wirkung des Pestizides Glyphosat genauso ein Thema wie die Frage nach einer Exportförderung, wobei hier insbesondere der arabische Raum die angesprochene Region war. Dr. Peter Ramsauer, Präsident der „Ghorfa“, der Arab-German Chamber of Commerce and Industry e. V., der Vertretung aller arabischen Industrie- und Handelskammern in der Bundesrepublik, betonte dazu: „Für die deutsche Ernährungswirtschaft ist das ein ganz großer Markt.“ Hier bestünde ein enormes Zukunftspotenzial für heimische Milchprodukte.

Klare Statements gab es von dem 57-jährigen, gelernten Juristen Christian Schmidt zum Thema Transport hochträchtiger Rinder zum Schlachthof, was er nicht zulassen wolle, sowie zur Thematik Gentechnik. „Ich bin dafür, dass wir die Gentechnikfreiheit auch über das Transatlantische Freihandelsabkommen TTIP bei uns behalten. Wir wollen keinen gentechnisch veränderten Anbau in Deutschland.“ Gleichzeitig müsse man sich aber auch den Import von Futtermitteln genau anschauen. Würden dort doch gentechnisch veränderte Rohstoffe zum Einsatz kommen.