Pressemitteilungen

In den Pressemitteilungen finden Sie alle aktuellen Neuigkeiten zu politischen Themen.

Peter Ramsauer verschafft sich einen Überblick über die Hochwasserschäden

 

Bundesverkehrsminister vom Ausmaß der Katastrophe tief betroffen - Schnelle Hilfen zugesagt

   Machte sich vor Ort ein Bild von den Schäden, die das Hochwasser auch im Landkreis Traunstein angerichtet hat:    

   Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer.

Grabenstätt/ Übersee/ Landkreis Traunstein. Einen Überblick über die aktuelle Situation der in Bayern vom Hochwasser betroffenen Straßen und Eisenbahnanlagen hat sich Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer am Dienstag verschafft. Unter anderem besichtigte er die Schäden an der am Sonntag überfluteten Einfahrt an der Autobahn A 8 bei Grabenstätt und an der Rothgrabenbrücke die den Zugverkehr Richtung München lahm legten. Er zeigte sich von dem Ausmaß der Schäden tief betroffen. „Auf den Autobahnen habe ich noch nie so ein Desaster gesehen“ betonte er vor Ort an der Autobahneinfahrt. Die Ereignisse hätten auch ihn ihrer Schnelligkeit und Dramatik überrascht, obwohl er am Wasser aufgewachsen sei und auch bei sich zu Hause der Kampf gegen die Hochwasserkatastrophe am Wochenende im vollem Gange war.

 

  
Er wolle sich einen Überblick über das Ausmaß der Schäden verschaffen, bevor er am Mittwoch mit seinen Kabinettskollegen darüber spreche. Seien von der Katastrophe doch neben Schäden an Bauten und Verkehrsstraßen am Land und im Wasser auch die Landwirtschaft über drohende massive Ernteausfälle betroffen. Auch das Innenministerium sei in den Sachverhalt über die Katastrophenschutzhelfer eingebunden. Er gehe von bundesweiten Schäden in seinem Ministerium im Bereich eines dreistelligen Millionenbetrages aus. „Das ist ohne Sondermittel nicht zu schaffen“ sagte der Minister der darauf hinwies, dass es alternativ sonst zu Kürzungen und Umschichtungen in seinem Etat kommen werde. Er wolle aber „Geld in Berlin locker machen“ betonte Ramsauer.

Franz Custodis von der Autobahndirektion Südbayern sagte, dass die bereits in den Startlöchern stehende Baufirma in einem ersten Schritt das Treibholz von der Fahrbahn der derzeit gesperrten Autobahn schaffe und diese säubere. Daneben würden umgehend die rund 300 Meter derzeit nicht befahrbare Strecke wieder hergerichtet, so dass er davon ausgehe, dass ab Freitag Mittag ein Fahrsteifen Richtung München zur Verfügung stehe und dann zwei Fahrstreifen Richtung Salzburg befahrbar seien. In zwei bis drei Wochen sei dann damit zu rechnen, dass die A 8 in dem Bereich wieder uneingeschränkt nutzbar sei. Ramsauer und Custodis bezeichneten es als Glück im Unglück, dass die beauftragte Baufirma ohnehin mit Sanierungsarbeiten beginnen wollte und so sofort „Gewehr bei Fuß“ gestanden habe. Und so könne die Maßnahme auch ohne zeitverzögernde Ausschreibung umgehend angepackt werden, was die vielen Bauarbeiter und Baumaschinen vor Ort eindrucksvoll bewießen. Zu den Kosten der Maßnahme waren erste Schätzungen im Bereich von unter einer Million Euro zu hören, wobei der Bundesminister hier zur Vorsicht mahnte: „Wenn sie das so hinbekommen haben sie meinen Respekt“ sagte Ramsauer, der sich von den Fachausführungen immer wieder Notizen machte und sich die Details der Beschädigungen erläutern lies.

Nicht weniger dramatisch als die Schäden an der Autobahn zeigten sich die Zerstörungen an der Rothgrabenbrücke auf der Straße zwischen Grabenstätt und Übersee mit einer völlig unterspülten Fahrbahn und massiven Beschädigungen an der Bahnüberführung. Erich Brzosa von der DB Netz AG machte deutlich, dass man nach dem Abfließen des Wassers umgehend mit dem Dammbau beginnen wolle. Er rechne, dass die Bauarbeiten für das rund 200 Meter lange Stück rund eine Woche dauern werde, so dass man hoffe, die Zugverbindung zwischen München und Salzburg dann wieder aufnehmen zu können. Die Kosten seien bei dem jetzigen Sach- und Kenntnisstand nicht klar zu beziffern.

Sebald König, Leitender Baudirektor des Staatlichen Bauamts Traunstein ging noch auf die Belastungen ein, die der sich auf die Staats-, Kreis- und Gemeindestraßen verlagernde Verkehr mit sich bringe. Problematisches Nadelöhr sei hier Altenmarkt, wo sich seit der Autobahnsperrung lange Staus bildeten. Es zeige sich hier auch, dass ein zweiter Ost-West-Strang dringend erforderlich sei. Die Ostumfahrung in Traunstein habe mit deutlich mehr als 20.000 Fahrzeugen ihren Stresstest aber bisher gut bestanden.

Lob für die Helfer

„Ich danke allen, die von der ersten Stunde der Katastrophe hervorragende Arbeit geleistet haben“ betonte Minister Peter Ramsauer und schloss hier neben Hilfs- und Katastrophendiensten wie die Polizei, die Feuerwehren und das Technische Hilfswerk auch die Autobahnmeistereien, gemeindlichen Bauhöfe und die Bauverwaltungen ein, die entsprechend schnell und umsichtig reagiert hätten.

Mit dem Minister war auch die Rosenheimer CSU-Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig gekommen, um sich ein Bild über die Lage vor Ort zu machen. Auch sie zeigte sich von dem Ausmaß der Schäden schockiert. Auf die umfangreichen Verkehrsstaus angesprochen, die sich jetzt aufgrund der verschiedenen Umleitungen durch die umliegenden Dörfer und Städte schlängelten, betonte sie die Notwendigkeit des „zeitgemäßen und nachhaltigen Ausbaus“ der Autobahn. „Die A 8 ist eine Lebensader in der Region.“

Auf die Frage, warum er den Termin im Chiemgau gemacht habe Ramsauer:
„Ich hätte den genauso in Sachsen oder Franken machen können.“ Es habe sich aber angeboten, sich hier ein Bild von den Schäden zu machen, da er am Vormittag ohnehin in München einen Termin gehabt habe. Er habe in Abstimmung mit der Autobahnmeister abwarten wollen, bis das Wasser auf der Autobahn zurück gehe, um sich dann ein detailliertes Bild von der Situation machen zu können.

Schnelle finanzielle Hilfe kommt

Bereits am Montag hatte der Minister eine Ad-hoc Arbeitsgruppe eingerichtet, in der Experten seines Ressorts sowie der nachgeordneten Fachbehörden die Lage auf den Straßen, Bahnanlagen und Wasserstraßen analysieren, um im Nachgang die erforderlichen Instandsetzungsmaßnahmen einleiten zu können. Im Verkehrsausschuss des Deutschen Bundstages in Berlin berichtet Ramsauer am heutigen Mittwoch über die aktuelle Schadenslage. Ebenso tritt das Bundeskabinett wie oben erwähnt zusammen.